Home > Presse > innatura im Kölner Stadt-Anzeiger: Ver­mit­teln statt weg­wer­fen

Am 22. September 2016 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger über innatura. Die Abschrift des Artikels lesen Sie hier:

ONLINE-PLATTFORM Innatura gibt fabrikneue Sachspenden an gemeinnützige Träger weiter – Nach Porz umgezogen

VON FRANZISKA ANDRÉ

In der Lagerhalle im Stadtteil Westhoven stapeln sich auf 600 Quadratmetern kistenweise fabrikneue Sportschuhe, Waschmittel, Spielsachen und Küchengeräte. Das Besondere: Alle Waren, die hier lagern, wären wegen kleiner Fehler oder Überproduktion eigentlich weggeworfen worden. Das Unternehmen Innatura sammelt fabrikneue Sachspenden von Unternehmen auf der ganzen Welt ein und vermittelt diese an gemeinnützige Organisation und Vereine. Letztere können die Waren über eine Online-Plattform ordern und zahlen dafür nur eine Vermittlungsgebühr, die zwischen fünf und 20 Prozent des Produkt-Marktwertes liegt. „Die Organisationen sparen so Geld ein, das ihrer eigentlichen Arbeit zugutekommen kann“, sagt Geschäftsführerin Juliane Kronen.

Im April dieses Jahres ist Innatura aus dem benachbarten Troisdorf-Spich in ein größeres Lager in Porz-Westhoven umgezogen. Elf Mitarbeiter sammeln und katalogisieren mittlerweile die Produkte, die sonst auf dem Müll gelandet wären. Alleine in Deutschland werden jährlich fabrikneue Waren im Wert von rund sieben Milliarden Euro vernichtet. Durch die Arbeit von Innatura konnten soziale Organisationen in den vergangenen drei Jahren mehr als vier Millionen Euro einsparen.

Für ihre Arbeit wurde Innatura als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Inzwischen gehören mehr als 25 Großspender wie das Unternehmen Beiersdorf, die Drogeriemarktkette DM oder der Onlinehändler Amazon zu regelmäßigen Unterstützern. Mehr als 1000 Produkte hat Innatura mittlerweile im Sortiment. „Die lustigste Spende bisher waren 47 000 Kondom-Adventskalender“, sagt Kronen. Die seien dann an verschiedene Aids-Hilfen verteilt worden.

Rund 2000 Organisationen haben bereits bei Innatura bestellt. Viele Flüchtlingshilfen und Wohneinrichtungen decken sich so mit Artikeln des täglichen Bedarfs ein. Auch Projekte im Ausland werden unterstützt, etwa mit Windeln für Waisenkinder, Sonnenbrillen zur Vorbeugung von Augenkrankheiten oder Akkuschrauber-Sets für Lehrwerkstätten. „So machen wir aus Entsorgungsproblemen Problemlösungen“, freut sich Kronen.

Es ärgert sie, dass es in Deutschland für Firmen billiger ist, Waren zu entsorgen, als zu spenden. Sachspenden sind nicht von der Umsatzsteuer befreit und können in den Computersystemen der Unternehmen oft nicht erfasst werden. Das zu ändern, ist Juliane Kronens Vorsatz für die nächsten Jahre.