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Abschrift des Artikels „Spenden statt wegwerfen“ aus alverde vom Juni 2014

Spenden statt wegwerfen

Unverkäufliche, aber neuwertige Produkte sinnvoll und nachhaltig vermitteln. Das ist die Aufgabe der gemeinnützigen Organisation innatura, mit der dm kooperiert.

Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch tadellos sind, geben viele Händler an Vereine, die diese direkt an Bedürftige spenden. innatura heißt die Initiative, die dieses Prinzip als erste Vermittlungsplattform in Deutschland auf alle weiteren Produkte anwendet. Sie sorgt auch dafür, dass überschüssige Produkte an garantiert gemeinnützige Organisationen vermittelt werden, die diese auch benötigen.

Sachspenden für soziale Projekte
Auslöser und Ideengeber für die Gründung von innatura waren 200.000 Shampoo-Flaschen, die auf dem Hof eines Herstellers standen. Obwohl neuwertig, aber aufgrund eines Etikettierfehlers unverkäuflich, drohte die Vernichtung der Flaschen. Der Besitzer bat seine ehemalige Kollegin Juliane Kronen um Hilfe, die als Partnerin der Boston Consulting Group (BCG) und Ehrenamtliche verschiedener Organisationen über ein großes Netzwerk verfügt. Sie bot das Marken-Shampoo zahlreichen gemeinnützigen Organisationen an. Trotz vielfältiger Bemühungen fand sich aber kein Abnehmer, der die Ladung kurzfristig abholen und lagern konnte. So musste sie letztlich doch entsorgt werden.

„Ob Kleidung, Spielwaren oder Pflegemittel: Allein in Deutschland wandern jährlich neuwertige Waren im Wert von rund sieben Milliarden Euro auf den Müll“, sagt Juliane Kronen. Dieser Verschwendung von Ressourcen wollte Juliane Kronen entgegentreten und gründete innatura. Seit dem Sommer 2013 kümmert sie sich darum, überschüssige Waren vor dem Wegwerfen zu bewahren und dorthin zu geben, wo sie gebraucht werden. „Alle Spenden kommen dorthin, wo sie benötigt werden“, erklärt Juliane Kronen.

Verantwortung und Menschenwürde
innatura garantiert als Schnittstelle zwischen Spenderunternehmen und empfangenden Organisationen, dass alle Spenden bedürftigen Menschen zugute kommen. Grundlage dafür ist eine ausgefeilte Logistik und ein hohes Maß an Qualitätssicherung. Alle in Deutschland registrierten gemeinnützigen Organisationen können diese Sachspenden bei innatura bestellen. Die Organisationen zahlen lediglich eine Vermittlungsgebühr, die einem Bruchteil des Warenwertes entspricht. „Mit der Gebühr decken wir unsere eigenen Aufwände. Außerdem: Wer zahlen muss, der bestellt auch nur, was er wirklich benötigt und sorgt nicht für neuen Überfluss“, erklärt die Gründerin. Juliane Kronen weiß, dass Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit für bedürftige Menschen auch Produkte gebrauchen können, die nicht überlebensnotwendig sind. Denn oft geht es darum, den Menschen Würde und Normalität in ihren Alltag zu bringen.

Nachhaltige Partnerschaft
dm ist einer der ersten Vertragspartner von innatura und unterstützt das Unternehmen in der Aufbauphase. Zwar kann dm dank seines ausgeklügelten Logistiksystems seine Produktmengen gut steuern, sodass ein Warenüberschuss eher selten ist. Ganz vermeiden lässt er sich jedoch nicht. Sortimentswechsel, Verpackungsfehler oder unvorhersehbare Entwicklungen können dazu führen, dass neuwertige Produkte aussortiert werden müssen. „Die Initiative und der persönliche Einsatz von Juliane Kronen beeindruckt uns“, sagt dm-Geschäftsführer Christoph Werner, der das Ressort Marketing und Beschaffung verantwortet. „innatura unterstützt uns darin, sinnvolle Lösungen zu finden, wenn es in unseren internen Prozessen der Warenversorgung zu Fehlern gekommen ist. Und sie stellt sicher, dass die Produktspenden diejenigen erreichen, die sie am dringesten benötigen.“ Als Auftakt der Zusammenarbeithat dm Sonnenbrillen seiner Marke Sundance gespendet, die an den Verein Kleine Hilfsaktion e. V. übergeben wurden. Dieser benötigt die Sonnenbrillen für sein Hilfsprojekt in Kambodscha. Dort werden die Brillen an Patienten verteilt, die aus Gründen der medizinischen Nachsorge ihre Augen schonen müssen.

TEILEN IST IN
Erich Harsch, alverde-Herausgeber und Vorsitzender der dm-Geschäftsführung

„Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

die Tage der Weg-Werf-Gesellschaft sind gezählt, nicht zuletzt, weil wir es uns nicht mehr leisten können – weder aus wirtschaftlichen, sozialen noch aus ökologischen Gründen. Und so ist es kein Wunder, dass das Teilen, Wieder- und Weiterverwerten mehr als nur ein Trend, sondern die Aufgabe jedes Einzelnen ist.
Bei dm-drogerie markt sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, diesen Anforderungen gerecht zu werden, und so arbeiten wir permanent an der Optimierung unserer Abläufe. Planung, Bestellung und Logistik sind bereits bestens aufeinander abgestimmt. Dennoch kann die modernste Technologie nicht ganz vermeiden, dass Überschüsse entstehen, die entsorgt werden müssen.

Wenn diese Überschüsse, dank der Vermittlung von innatura, zukünftig einem guten Zweck zugeführt werden können, unterstützen wir diese Initiative gerne.

Herzlichst,
Ihr Erich Harsch“

KONTAKT AUFNEHMEN
Informationen zu der Vermittlungsplattform und deren Referenzprojekten wie „Kälteschutz für Berliner Obdachlose“, „Hilfe für werdende Mütter Köln“ oder „Windeln und Spielzeug für syrische Flüchtlingskinder“ finden Sie unter www.innatura.org.

alverde, Zeitschrift des dm-Drogeriemarktes, Ausgabe Juni 2014, Erscheinungsdatum 2. Juni 2014